Samstag, 27. August 2016

[INTERVIEW] Im Interview Anneke Mohn



© Bild: Sabrina Adeline Nagel


Name:
 Anneke Mohn
Homepage: www.annekemohn.de
Familienstand: verheiratet
Kinder: eine Tochter


Ich mag: englische Romane, Sonne, meinen Garten, Apfelkuchen mit Schmand und dazu Rauchtee

Ich mag nicht: Frost, Großveranstaltungen, Tage, an denen meine Tochter zur ersten Stunde hat





Bisherige Veröffentlichungen:

       


© Bild: privat, Grindelviertel in Hamburg,
Schauplatz aus "Unter einem Dach"
1.) Stell dich doch bitte meinen Lesern kurz vor. 
Ich bin Anneke Mohn, 44 Jahre alt, und lebe mit meiner Familie in Hamburg. Wenn ich gerade keinen Unter einem Dach“, in dem es um drei Frauen geht, die eigentlich nichts gemeinsam haben – außer ihrem (Ex-)Mann. Durch ihn gehören die drei zur selben großen, bunten Patchworkfamilie und kommen sich näher, als ihnen lieb ist ...
Roman schreibe, dann übersetze oder lese ich wahrscheinlich einen. Na gut: Manchmal führt auch kein Weg drum herum, mal was anderes zu machen – irgendwo muss ja auch der Stoff für meine eigenen Bücher herkommen. Gerade ist mein dritter Roman erschienen, „

2.) Wie bist du zum Schreiben gekommen und hast du noch andere Berufe?
Meinen ersten Roman habe ich erst mit Ende dreißig begonnen, aber ich hatte schon vorher immer mit Literatur zu tun: In der Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin, im Studium und in meinen Jobs, ich habe nämlich in verschiedenen Buchverlagen im Lektorat gearbeitet, bevor ich es gewagt habe, frei als Übersetzerin und Autorin zu arbeiten.

© Bild: privat; Arbeitsplatz mit
neuem Plakat
3.) Wenn du am Schreiben bist, wo tust du es am liebsten und wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
Ganz langweilig: Zu Hause am Schreibtisch. Obwohl es noch besser eigentlich im Zug funktioniert.
Aber man kann deshalb ja nicht jeden Tag quer durchs Land fahren ...

4.) Was machst du gern in deiner Freizeit?
Freunde treffen, im Garten arbeiten, kochen und backen, ins Theater gehen, Serien gucken und natürlich lesen. Und es gibt zwei, drei tolle Spiele, die ich mit meiner zwölfjährigen Tochter manchmal mehrmals hintereinander spiele. Da sie inzwischen zwölf ist, verliert sie allerdings langsam die Lust, im Gegensatz zu mir.

5.) Welche Bücher liest du selbst am liebsten und was eher gar nicht?
Ich liebe besonders die englische und die amerikanische Literatur und lese fast nichts anderes. Meine letzten Lese-Highlights waren „Zwei Schwestern“ von Dorothy Baker, „Die Interessanten“ von Meg Wolitzer, und fast alles von Jane Gardam und Sarah Moss. (Und wie man daran sieht, lese ich irgendwie sehr viel mehr von Frauen als von Männern.)

© Bild: privat; das Grindelviertel in Hamburg,
Schauplatz aus "Unter einem Dach"
6.) Hast du ein Lieblingsreiseziel?
Mein Mann und ich haben eine ganze Liste von Reisezielen, die immer länger wird, weil wir gar nicht
hinterher kommen. Ich komme gerade aus Devon und Cornwall, wo es ganz toll war. Traumhafte Landschaften, aber auch viele Wolken, die wiederum gut zum Afternoon-Tea mit Scones und Sandwiches passen (ein Mal saßen wir sogar am Feuer, im August ... ). Und ich würde gerne mal an der amerikanischen Ostküste englangreisen. Und an der Westküste. Und nach Kanada und nach Island, und, und, und ...

7.) Erzähl uns etwas über dein aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden?
Die Idee lag nahe – es geht ja um eine Patchworkfamilie, und das kenne ich selber ganz gut. Es gibt in solchen Familien einfach viele Verwicklungen, aber auch viel Witziges, das ist für einen Roman natürlich gutes Material. Aber die Konstellation im Buch ist bewusst eine ganz andere. Mir geht es ja in meinen Büchern immer vor allem um die Frauenfiguren und ihre Vorstellungen vom Leben und wie die dann von der Realität durcheinander gewirbelt werden.

Die drei Frauen in diesem Roman sind ganz unterschiedlich. Dana ist 32 und genießt das Großstadt-Single-Leben. Dann lernt sie Mattis kennen, der schon Kinder aus zwei früheren Beziehungen hat. Wie sich rausstellt, ist er von Maren, Anfang 40 und Mutter seiner zwei schulpflichtigen Töchter, auch noch gar nicht lange getrennt. Maren ist mit Herz und Seele Mutter, sehr harmoniebedürftig und so gar nicht bereit, Dana das Feld zu überlassen. Und dann ist da noch Jill, 47 Jahre alt, Mattis’ Jugendliebe und Mutter eines erwachsenen Sohnes und – ach, ich will nicht zu viel verraten. Nur das vielleicht noch: Am Anfang dachte ich: Brauchen wir Jill für die Geschichte überhaupt? Und dann hat sie sich zu meiner absoluten Lieblingsfigur gemausert.

Das Setting für den Roman war übrigens auch sofort klar. Meine ersten beiden Romane haben ja auf dem Land gespielt, und es hat mir damals großen Spaß gemacht, die Landschaft zu beschreiben. Aber „Unter einem Dach“ sollte in Hamburg spielen, einer Stadt, der es ja mit ihren vielen Parks, der Alster, der Elbe und den vielen schönen Wohnvierteln auch nicht an atmosphärischen Settings mangelt.

© Bild: privat, Grindelviertel in Hamburg,
Schauplatz aus "Unter einem Dach",
Süßigkeitenladen
8.) Hattest du beim aktuellen Buch ein Mitspracherecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es dir persönlich?
Ja, hatte ich. Es gab aber gar nichts zu meckern, denn die Illustrationen sind, finde ich, richtig toll
geworden. Die Idee mit dem Vogelhäuschen als Analogie zu der Hamburger Villa, in die im Roman nach und nach die ganze große Patchworkfamilie einzieht, gefällt mir, und das Ganze sieht einfach sehr hübsch aus.

9.) Wie lange schreibst du durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?
Alles in allem ist es bisher immer ein gutes Jahr gewesen. Gäbe es keinen Abgabetermin, würde ich mich sehr viel länger damit aufhalten, aber Zeitdruck wirkt ja manchmal Wunder ... Am Anfang gehe ich immer ziemlich lange mit der Idee schwanger, notiere, verwerfe, rede auch in diesem Stadium schon mit meiner Lektorin, deren Einschätzungen sehr hilfreich sind. Und dann heißt es schreiben, das ist meist ein gutes halbes Jahr, na ja und dann, auch ganz wichtig, das Überarbeiten, das mir großen Spaß macht.

10.) Hast du dein Buch jemandem gewidmet?

Ja, meinem Mann und meiner Tochter, meiner eigenen kleinen Patchworkfamilie.



Ich bedanke mich recht herzlich bei Anneke Mohn, dass sie sich die Zeit genommen hat, all meine Fragen zu beantworten. 
Vielen herzlichen Dank. 

Besucht Anneke doch auch auf ihrer ***FACEBOOKSEITE**


© Cover: rororo Verlag
(Textquelle: amazon.de)

Familie ist nichts für Feiglinge.

Dana liebt ihren Job an der Uni, das Leben im Hamburger Grindelviertel - und Mattis. Dass ihr neuer Freund drei Kinder aus früheren Beziehungen hat, macht ihr nicht viel aus. Aber das Zusammenleben gestaltet sich weitaus komplizierter als gedacht. Als Mattis eine renovierungsbedürftige Villa am Hamburger Stadtrand kauft und kurz darauf Maren, seine Ex, vorübergehend mit ihren beiden Kindern bei ihnen einzieht, ist es mit der Harmonie vorbei: Die eine Tochter scheint fest entschlossen, Papas neue Freundin zu hassen, die andere verbreitet auf Schritt und Tritt Unordnung. Und Maren sieht die Trennung von Mattis offenbar nicht als endgültig an. Das Leben in der Patchworkfamilie wird zur Belastungsprobe. Wo hört das Chaos auf, wo beginnt das Glück?

  


Wir hoffen Euch hat das Interview gefallen und wir konnten Euch etwas auf das neue Buch "Unter einem Dach" neugierig machen. 


© 2016 Katis-Buecherwelt
© Autorenfotos:© siehe Angaben
© Banner Hintergrund/Elemente: pixabay.com;
© Cover:rororoerlag;
© Gestaltung & Fragen: Katis-Buecherwelt ;
©Text-Antworten: Anneke Mohn

Freitag, 26. August 2016

[REZENSION] Sieben Nächte in Tokio ~ Cecilia Vinesse

   



Dies ist die Geschichte von Sophia und Jamie und der einen Woche, in der die Zeit stehen zu bleiben schien...
Eine Woche noch bleibt Sophia in Tokio, der Stadt, in der sie seit vier Jahren lebte. Dann muss sie zurück in die USA ziehen und all das aufgeben, was ihr wichtig ist: das pulsierende Tokio mit seiner Mischung aus Fremdheit und Vertrautheit, vor allem aber ihre besten Freunde Mika und David. Da kommt Jamie Foster-Collins nach längerer Abwesenheit zurück in die Stadt: Jamie, Sophias heimliche erste Liebe, der ihr damals das Herz gebrochen hat. Auf nichts hat Sophia weniger Lust als darauf, sich den Abschied von Tokio durch Jamies Rückkehr zusätzlich verkomplizieren zu lassen. Doch genau das geschieht: Jamie ist wieder da, und natürlich wirbelt er Sophias ohnehin schon strapaziertes Gefühlsleben noch zusätzlich durcheinander. (Textquelle: amazon.de)


Das Buch fällt durch seine frischen, bunten Farben direkt ins Auge. Der Hintergrund zeigt leicht verschwommen Tokio in all seinen Farbfacetten. Im Vordergrund ist ein junges Mädchen im Comic-Style und der Titel wurde daran farblich angepasst. Mir gefällt diese Gestaltung sehr gut. Es sind genau meine Farben und haben mich neugierig auf den Inhalt der Geschichte gemacht.


"Zu Beginn des Sommers redete ich mir ein, ich hätte noch genügend Zeit, den Umzug von einem Kontinent zum anderen zu meistern."



Dies ist das erste Buch von Cecilia Vinesse, wobei sie schon zahlreiche Bücher aus dem Französischen und Englischen übersetzt hat. Ich durfte diese Story bereits vorablesen und war nachdem ich es das erste Mal gesehen habe, total neugierig und freute mich aufs Lesen.

Sophia hat nur noch 6 Tage und 20 Stunden in Tokio, dann wird sie mit ihrer Mutter und Schwester in die USA zurückkehren. Eigentlich müsste sie ihre Sachen packen, denn in wenigen Tagen kommt das Umzugsunternehmen. Sophia nutzt lieber die Zeit mit anderen Dingen. Sie besucht ihre Lieblingsplätze in Tokio oder trifft sich mit ihren Freunden. Denn hier hat sie endlich welche gefunden und gerade jetzt muss sie den Kontinent verlassen. Dabei klopft ihr Herz für jemanden und der Abschied rückt immer näher. Zwischen ihr und ihrer besten Freundin Mika herrscht gerade Eiszeit und ihr Vater in Frankreich verhält sich merkwürdig.
Wird Sophia mit einem guten Gefühl abreisen können?

Der Schreibstil liest sich recht flüssig, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat. Cecilia Vinesse beschreibt die Ortschaften in Tokio angenehm, wobei ich mir noch mehr Details gewünscht hätte, um es mir besser vorstellen zu können. Sie nutzte einige Ausdrücke und Namen zu Dingen, die ich nicht kannte und erst im Internet recherchieren musste. Eine kleine Liste mit genau diesen Begriffen hätte ich mir am Ende des Buches sehr gut vorstellen können.

Das Buch wurde als ein Countdown von 6 Tage und 20 Stunden aufgebaut und unterteilt, was mir gut gefallen hat. Ich hatte dadurch ein gutes Zeitgefühl und konnte mir so gut vorstellen, was für ein Druck auf Sophia lastete.

Die Geschichte ist angenehm zu lesen, aber das Besondere und Einzigartige hat mir gefehlt. Es plätscherte vor sich hin bis ich genau über die Hälfte des Buches angelangt war. Ab da konnte ich es kaum noch aus den Händen halten und war in der Erzählung angekommen. Trotzdem blieb mir das Kopfkinoerlebnis leider verborgen.
Die Emotionen nahmen zu und ich fühlte mich der Protagonistin Sophia nah und konnte mitfühlen, was sie gerade durchmachte.
Jamie hat mir von Anfang an gut gefallen, wogegen David nur Minuspunkte bei mir ansammelte.

Das Ende blieb offen und war emotional. Ich konnte mir Gedanken darüber machen und habe eine eigene Vorstellung davon, wie es mit den Charakteren weiter gehen könnte. Über eine Fortsetzung würde ich mich allerdings freuen.

"Sieben Nächte in Tokio" von Cecilia Vinesse ist ein Jugendbuch, was über Freundschaft, Familie, Abschiede und der ersten Liebe erzählt. Eine niedliche Story für Zwischendurch mit einer beeindruckenden Kulisse. ~ erste Liebe ~ Teenagerstory ~ eine Suche nach Geborgenheit und Glück 


4,0 von 5 Blumen 


"Das Licht eines Sterns hat noch Bestand, wenn der Stern selbst längst erloschen ist. Zuhause ist auch dann noch Zuhause, wenn es tausende Meilen weit weg ist." (Seite 273)


© Bild: Rachel E. Holmes




Cecilia Vinesse ist halb Engländerin, halb Amerikanerin, und wie Sophia besuchte sie die internationale Schule in Tokio. Ihren Uniabschluss machte sie in New York, lebt heute aber in England mit ihrem Freund, einem Mops und einer großen Auswahl an Büchern und Tee.
(Textquelle:amazon.de


 © 2016 Katis-Buecherwelt
© Cover: dtv Verlag;
© Autorenfoto: siehe Angaben
*Preise z. Zt. der Veröffentlichung